Köhlerhof
Artgerechte Haltung ist uns Wichtig
Historie

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Der kleine Ortsteil Brösen liegt ca. 3 km östlich von Groitzsch an der uralten

Handelsstraße, die von Merseburg kommend über Pegau und Groitzsch nach

Borna und weiter in östlicher Richtung verlief.

Heute ist diese alte Verbindung durch den ehemaligen Tagebau unterbrochen,

und die jetzige B176 wurde in den 60er Jahren weiter südlich neu verlegt.

Am westichen Ende des Sackgassendorfes, unmittelbar am Schnauderauenrande

liegt unser Köhlerhof.

Ein großer Vierseitenhof, der als einer der schönsten Bauernhöfe unserer

Umgebung gilt und zu jeder Zeit einen Besuch wert ist.

Wenn man durch den Torbogen kommt glaubt man die Zeit sei stehen geblieben.

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In jeder Ecke kann man Dinge entdecken die an vergangene Tage erinnern.

Südlich des Köhlerhofes, bereits in der Schnauderaue gelegen befindet sich

heute noch ein Rest einer kleinen, Frühmittelalterlichen Wallanlage.

Über einen rechteckigen Grundriss erhob sich einst ein kleiner Turmhügel der

heute verflacht ist. Nachrichten über diese kleine Eigenbefestigung sind leider

 nicht überliefert. Sie dürfte jedoch die Keimzelle des Hofes und vielleicht auch

 des heutigen Dorfes Brösen gewesen sein. Der Zusammenhang zwischen

 Wasserburg und einem Rittergut als Wirtschaftshof ist noch heute nach

 Jahrhunderten gut erkennbar. Jedenfalls ist die hier typische Randlage von

 Wasserburg und Rittergut für Ortsfluren des hiesigen Altsiedelgebietes typisch.

Als unsere Familie 1976 im südlichen Wallbereich der kleinen Burganlage einen

Teich ausgehoben hat, kamen in einer Tiefe von 2 m blaugraue Keramik des

13.Jarhunderts sowie Bohlenreste der ehemaligen Bewehrung

(zugespitzte Eichenpfähle) zum Vorschein.

Bis auf den nach Westen abfließenden Graben, der Wallgraben genannt wird,

erinnert sonst so gut wie nichts mehr an die fast 1000-jährige Vergangenheit.

Die östliche Hofseite wird über die gesamte Breite durch ein zweistöckiges

Gebäude mit Mansardendach burgartig geschlossen. Über der mit einem

Korbbogen geschlossenen Durchfahrt weist ein Schlussstein mit der Innschrift

„J.G.M. 1811" auf das Baujahr hin, zu dieser Zeit muss das Gebäude um- oder

ausgebaut worden sein. Denn die Ursprünge reichen noch viel weiter bis in das

Jahr 1680 zurück.

Das Erdgeschoss nimmt beidseitig von der Durchfahrt die Gewölbe der so

genannten Graseküche und weitere Vorratsräume auf. Hier ist ein Teil des

liebevoll gestalteten Bauernmuseum oder besser gesagt „bäuerliche

Heimatstube" untergebracht.

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Bäuerliche Gerätschaften, Hausgeschirr, eine Erntekrone und tausend mehr

nützliche aber in der heutigen Zeit nicht mehr verwendete Alltagsgegenstände

finden sich in diesem Raum wieder.

Das Obergeschoss war ehedem für das Gesinde und für Gäste des Bauergutes

 vorgesehen. Südlich an das Torgebäude, das sich in solcher Art eigentlich nur im

 vogtländischen und in ostthüringischen wieder findet, schließt sich eine große

 unterteilte Wagenremise an.

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Hier klopft das Herz eines jeden Heimatfreundes höher, betritt er diese

verborgenen Räumlichkeiten.

Landwirtschaftliche Gerätschaften die zum Teil in Jahrzehntelanger Nutzung

waren, stehen oder hängen hier neben Pferdegeschirren, Pferdewagen,

Schlitten und einer alten Kutsche.

Jedes Jahr im September, zum „Tag des offenen Denkmals", werden diese

Raritäten liebevoll präsentiert.

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Die Nordseite des Hofes nimmt das eigentliche Wohnhaus auf.

Über Sandsteinstufen, flankiert von Birkenbäumen und im Sommer von

unzähligen Blumentöpfen und Kästen, erreicht man die Haustür.

Vom Flur aus betritt man die im Grundriss trapezförmige „Gute Stube", ein

reich profilierter Unterzug stützt die Bohlendecke, deren Bretter in

Fischgrätenmuster verlegt und schablonenartig bunt bemalt sind.

Hier spiegelt sich die Bedeutung dieser Stube und die wirtschaftliche Kraft des

Errichters, laut der Türsturzinschrift ist das Gebäude von 1723.

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Über dem massiven Erdgeschoss erhebt sich das in einfacher Form erhaltene

Fachwerk, dessen Gefache weiß und die Holzbalken braun gehalten sind.

Der westliche Teil des Gebäudes war ehedem Pferdestall, und der östliche

Gebäudetrakt wurde 1856 angebaut.

Im November 1972 tobte über dem Hof ein solcher Sturm, dass er die 1906 an

der Hofwestseite erbaute Scheune bis auf einen Rest völlig zerstörte.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das stattliche Stallgebäude an der

Hofsüdseite als Kuh- und Schweinestall errichtet.

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Das Erdgeschoss ist massiv aufgeführt, und im Innern ist die Decke als preußisches

 Kappengewölbe ausgebildet. Das ganze stützt sich auf drei paar Sandsteinsäulen,

 zwischen denen sich große, rundbogige Gurtbögen spannen.

Das Obergeschoss besteht aus Fachwerk und wird durch ein großes Satteldach

 überdeckt.Es haben sich in unserer Gegend nur noch wenige Taubenpfeiler, wie

 hier in Brösen, erhalten. Das köhlersche Taubenhaus wurde in der Mitte des

19. Jahrhunderts erbaut und diente bis 1999.

Der Zustand des hölzernen Aufbaues, als Achteck mit Zeltdach ausgebildet,

war besorgniserregend und drohte herabzustürzen. Deshalb wurde mit Hilfe

von staatlichen Fördermitteln eine originalgetreue Kopie auf die massive Säule

aufgesetzt und dient heute wieder ca. 150 Tauben als „Wohnung".

Aus dem alten Mistloch in der Mitte des Hofes entstand ein reizvoller Teich der

umgeben vom noch originalgetreuen Natursteinpflaster dem Hof einen

romantischen Charakter verleiht.

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